Nächste Konzerte:
Sommersemester 2012:
Samstag, den 14. Juli 2012, 19:30h (Lutherzentrum Heidelberg, Vangerowstraße 5)
Sonntag, den 15. Juli 2012, Open Air-Konzert im Burggraben, Mosbach-Neckarelz
Mendelssohn Hebriden-Ouvertüre
Saint Saens Cellokonzert a-Moll
Wagner Rienzi-Ouvertüre
Sibelius Karelia-Suite
Es folgen an dieser Stelle Kritiken zu unseren zuletzt aufgeführten Konzerten.
Hier können Sie zwei Kritiken zu unserem Konzert vom 11. und 13. Februar 2005 lesen. Zu hören waren die Bläserserenade Es-Dur von Strauss, die Ouvertüre zur
Italienerin in Algier von Rossini, Arutjunjan's Trompetenkonzert As-Dur und Grieg's Symphonische Tänze.
II. entnommen aus stimme.de vom 14. Februar 2005:
(Artikel existiert leider nicht mehr)
Wenn Studenten zum Ausgleich musizieren
Von Traudl Stocker
Dirigent Tobias Freidhof gründete 2001 das Sinfonieorchester, das er seitdem "auf Takt" hält. Die 60 Laienmusiker studieren in Heidelberg, ihr Musizieren, das sie als
Ausgleich betrachten, ist professionell.
Zu Beginn ihres Konzerts im Kurhaus Bad Rappenau erklang die Bläserserenade Es-Dur (1882) des Abiturienten Richard Strauss. Er schrieb 13 Blasinstrumente vor. Im
Kurhaus waren je zwei Flöten, Oboen, Klarinetten, Fagotte und vier Hörner vertreten. Das Kontrafagott fehlte. Im vorzüglichen Ensemblespiel wog dies nicht schwer. Die
Einleitungspassagen der Hörner erwiderten registerweise die anderen Blasinstrumente. Die Überleitung zum schnellen Werkteil geschah durch ein tonrein gespieltes Oboensolo,
dem ein lebhaftes Wechselspiel der Instrumente folgte.
Mit der Ouvertüre zu Rossinis Oper "Die Italienerin in Algier" vermehrte das Orchester sein Ausdrucksvermögen. Es suggerierte, einer Opernaufführung beizuwohnen. Die
Kunst des damals 21-jährigen Rossini, in Gesanglichkeit zu komponieren, prägt dies frühe Werk, das Orchester gestaltete mit Verve die typischen Rossini-Steigerungen. Die
vitale, sensibel geformte Feindynamik der glitzernden Tonsprache Rossinis kam in den Kontrastpassagen des Orchesterspiels ebenso zur Geltung.
Der Fachwelt ist der armenische Komponist und Pianist Alexander Grigorjewitsch Arutjunjan (geboren 1920 in Eriwan) gewiss ein Begriff. Auch dem Publikum? Sein
Trompetenkonzert As-Dur von 1950, dem armenische Folklore und westeuropäische Kunstmusik zugrunde liegen, verschaffte ihm weltweit Anerkennung. Das Gelingen seines
Trompetenkonzerts hängt viel von der Interpretationsgabe des Solisten ab - und die besaß Andreas Graf in hohem Maße.
Das Orchester hatte Bestform bewiesen. Griegs vier Symphonische Tänze über norwegische Motive für großes Orchester (1898) präsentierten sich in effektvollen,
kontrastreichen Sätzen, die rhythmisch zwar das Tänzerische betonten, aber kaum populäre Melodien boten. Da zündete der 6. Ungarische Tanz von Brahms wesentlich mehr.
Diese Zugabe musste wegen des starken Beifalls wiederholt werden.
III. entnommen aus der Rhein-Neckar-Zeitung vom 16. Februar 2005, Sparte "Großkreis Rhein-Neckar/Feuilleton":
Professionelle Laien "Auftakt"-Orchester im Brahmssaal der Musik- und Singschule Heidelberg
Von Sybille Baur-Kolster
Die musikalische Jugend der Region präsentiert ihr Können u.a. bei „Jugend musiziert“. Und der stille Hörer fragt sich, wohin soviel musikalischer Eifer und frühe
Professionalität einmal führen mag? Im Brahmssaal der Städtischen Musik- und Singschule Heidelberg präsentierte sich nun ein stattliches Orchester von rund 60
Musikerinnen und (deutlich weniger) Musikern, und der stille Hörer dachte: Hier könnten diejenigen geblieben sein, die nicht den Weg in die Berufsmusik genommen haben,
deren Herz aber weiterhin für die Musik schlägt.
Das „Auftakt“-Orchester, ein sehr geordneter „Haufen“ von Studentinnen und Studenten aus allen universitären Einrichtungen der Stadt, konzertierte unter der Leitung
von Tobias Freidhof. Ambitioniert treten sie auf, diese jungen Leute, und sie spielen auch so. Mit Herzblut und Engagement, ohne den ultimativen Anspruch auf Perfektion.
Schließlich ist man auch bewusst „Laienorchester“.
So gab es zuerst die Bläserserenade Es-Dur von Richard Strauss zu hören. Eine wohlpräparierte Bläserschar spielte das Werk aus den Pubertätsjahren des Komponisten,
mit viel Ensemblegeist und Aufmerksamkeit – und mit Verve. Nach diesem kammermusikalischen Einstieg waren auch die übrigen Orchestermitglieder mitgefordert, als die
Ouverture zu Rossinis „Italienerin in Algier“ diffizilen Einsatz der Streicher und diversen Solobläser forderte: Hier zeigte sich, dass man Zeit in die musikalische
Arbeit investiert hatte. Mit großer Sorgfalt musizierte man und wusste zugleich auch dem italienschen Flair Raum zu schaffen.
Zum musikalischen Herzstück des Programms entwickelte sich allerdings das Trompetenkonzert des Russen Alexander Arutjunjan. Andreas Graf, Student an der
Musikhochschule Weimar und damit Kollege des Dirigenten Tobias Freidhof, hatte den Solopart übernommen und erwies sich als äußerst gelungene Besetzung. Arutjunjans
Konzert bietet ihm dazu guten Boden: In einer Art patchwork setzt er in seinem Konzert ganz verschiedene Genres zusammen. So klingt es mal ganz folkloristisch, dann
lyrisch und auch die Grenze zur „U-Musik“ wird locker überschritten. Auch für das Orchester, das hier aus seiner in Solokonzerten häufigen reinen Begleiterrolle
herausgeholt wird. So entwickelten sich spannende Dialoge zwischen Orchester und Solisten, mit Genuss konnte man diesen Zwiegesprächen folgen oder die Souveränität
und Lockerheit des jungen Trompeters bewundern.
Zuletzt kamen Edward Griegs „Symphonische Tänze“ op. 64 zur Aufführung, ein Werk, das mit den bekannteren Werken des Komponisten kaum konkurrieren kann. In
eingängigen Melodiebögen wussten alle Instrumentalgruppen von „Auftakt“ zu überzeugen. Tobias Freidhof hatte klare interpretatorische Ansätze, die er in der
Probenarbeit wohl auch gut vermitteln konnte.
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